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"Maskottchen" unserer Imkerei

 

Schlupf einer Honigbiene

Das Bienenvolk

Ein Bienenvolk (Bien) besteht aus drei Wesen: Königin, Arbeiterin, Drohn.
Zu einem Volk gehören im Sommer eine Königin, 20 000 – 50 000 Arbeitsbienen und
300 – 500 Drohnen. Im Winter sind außer der Königin noch ca. 10 000 Arbeitsbienen in einem Volk und keine Drohnen mehr. Die Entwicklung eines Volkes geht parallel zum Sonnenlauf.
Mitte Januar nimmt die Königin ihre Legetätigkeit auf und erreicht ihren Höhepunkt zur Sommersonnenwende Mitte Juni.
Dann nimmt die Legetätigkeit der Königin wieder ab, bis sie Mitte Oktober fast gänzlich zum Erliegen kommt. Ab einer Außentemperatur von unter 5 °C erliegt sie völlig, um hoffentlich im nächsten Jahr wieder von Neuem zu beginnen. Kalte Winter schaden den Bienen nicht, in zu warmen Wintern jedoch bleibt die Königin in Eilage und das gesamte                                                              Volk kommt nicht richtig zur Ruhe.

 

Die Königin

Ein Volk kann nur mit einer Königin (Weisel) überleben, sie ist der Mittelpunkt: Sie bestimmt den Zusammenhalt und die Stimmung eines Volkes. Der Hofstaat umkreist die Königin bei der Eiablage und reicht ihr das Futter. Sie ist das einzige vollkommene weibliche Tier und legt bis zu 1500 Eier, auch Stifte genannt, pro Tag. Die Königin gibt aus ihren Vorderkieferdrüsen einen Duftstoff (Pheromon) an ihren Hofstaat ab, der an alle Bienen weitergegeben wird. Geht die Königin verloren oder stirbt sie, fühlt sich das Volk schon nach einer Stunde weisellos und »heult«. Die Weisel hat im Vergleich zu den Arbeitsbienen einen viel größeren und spitz zulaufenden Hinterleib, Ihr Kopf ist rundlich und sie hat keine Pollensammeleinrichtungen an den Hinterbeinen, auch Wachsdrüsen fehlen. Nur 16 Tage braucht es vom Ei bis zur fertigen, schlupfreifen Königin. 

 

Die Arbeiterin

                                                                                                              Die Anzahl der Arbeiterbienen kann in einem Volk bis zu 60.000 betragen. Die rein weiblichen Arbeiterbienen entwickeln sich aus einem befruchteten Ei, ihre Geschlechtsorgane sind jedoch stark zurückgebildet. All ihre Kräfte setzen sie für die Familie ein. Sehr unterschiedliche Tätigkeiten führen die Arbeiterin im Laufe ihres Lebens aus: Das Leben einer Arbeitsbiene im Sommer hat einen Rhythmus von ca. 3 x 21 Tagen. Die Entwicklung in der Zelle dauert 21 Tage, das Leben als Stockbiene 21 Tage, und als Flugbiene auch ca. 21 Tage. Nach dem Schlupf beginnt sogleich ihre erste Tätigkeit im Stock. Sie putzt zunächst sich selbst, dann ihre Geburtszelle und deren Umgebung. Ebenfalls wärmt die Jungbiene die Brut, indem sie auf den Brutzellen sitzt. Nach 2-3 Tagen ist die Putzarbeit vorbei und die Zeit der Brutpflege beginnt. Als Ammenbiene füttert sie zuerst die schon ältere Brut mit Pollen und Honig. In dieser Zeit bilden sich ihre Futtersaftdrüsen aus und sie kann als ältere Ammenbiene die jüngsten Maden versorgen. Eine Ammenbiene kann nur 2-3 Larven aufziehen. Neben dem Ammendienst unternimmt sie bei Sonnenschein in der Mittagszeit die ersten Orientierungsflüge.  Nach etwa10 Tagen fängt die Bautätigkeit an, die Bienen schwitzen feine durchsichtige Plättchen aus ihren Wachsdrüsen. Als Stockbiene nimmt sie den heimkehrenden Flugbienen Pollen und Nektar ab, verteilt sie in die Zellen, stampft mit Kopf und Kiefern die lose in den Zellen liegenden Pollenhöschen fest, trägt Honig um und deckelt die reifen Honigvorräte. Im Alter von ca. 18 Tagen beginnt die Wache am Flugloch. Jede ankommende Biene wird geprüft, ob sie eine Schwester oder eine Räuberbiene ist und durch ihren Geruch identifiziert. Jetzt folgt das fleißige Sammeln außerhalb des Stockes. Der Flugradius einer Biene kann bis zu 4-5 km betragen. 

Durch bestimmte Tänze auf den Waben zeigt sie anderen Bienen, wo, wie weit und wie ergiebig Trachtquellen sind. Beim Sammeln saugt die Biene mit ihrem Rüssel Nektar aus den Blumenkelchen in ihren Honigmagen. Blütenstaub bürstet sie in das Körbchen an dem hintersten Beinpaar, auch Kittharz wird damit transportiert. Sommerbienen werden nur 5-6 Wochen alt. Winterbienen können 4-9 Monate alt werden. 

 

Der Drohn

Die rein männlichen Drohnen entstehen aus unbefruchteten Eiern und kommen von April bis September im Bienenvolk vor. Der Drohn ist größer als eine Arbeitsbiene und hat auffallend große Facettenaugen. Er macht einen plumpen, gutmütigen, fast phlegmatischen Eindruck. Er kann auch nur tiefe Brummtöne von sich geben. Man kann ihn beruhigt anfassen und streicheln, da er weder Stachel noch Gift besitzt. Die Drohnen sind für die Begattung der Königin beim Hochzeitsflug und für die Aufrechterhaltung der Stockwärme wichtig. Sie sammeln weder Pollen noch Nektar sondern werden von den Bienen gefüttert.
Drohnen sammeln sich an bestimmten Plätzen. Diese Drohnensammelplätze sind jedes Jahr an der gleichen Stelle an bevorzugten Orten in der Luft mit einem Durchmesser von ca. 50-200 m, wo bis zu tausend Drohnen auf das Eintreffen einer Königin warten. Die Paarung findet im freien Flug, oft in eine Höhe von über 15 m statt. Damit ist ihr Leben sogleich erfüllt und sie sterben. Übrig gebliebene Drohnen, die bisher überall freien Zutritt hatten und gar gefüttert wurden, werden von den Arbeitsbienen von den Waben und dem Futtervorrat gedrängt und aus dem Volk getrieben.
Bemerkenswert ist, dass die Drohnen, obwohl sie selbst ja keinen Vater haben (da sie aus unbefruchteten Eiern hervorgehen) nun als Vater für das neu entstehende Volk nötig sind.